Sonderprojekt mit Massenmedien

In Wien ist man der Meinung, dass die Beziehungen zwischen Russland und Österreich entwickelt werden sollten

Die Ausstellung von Fotos aus und über Moskau bildete den Schlusspunkt im Kulturprogramm der Tage der russischen Hauptstadt in Wien.

Auf dem Platz der Menschenrechte im Wiener Museumsviertel wurde eine Fotoexposition mit Schnappschüssen von Sehenswürdigkeiten der Stadt Moskau eröffnet. Zu sehen sind unter anderem der Rote Platz, die Allunionsausstellung, das Luzhniki-Stadion, das Bolschoi-Theater, die Erlöserkathedrale, der Fernsehturm Ostankino oder das Museum für zeitgenössische Kunst «Garazh». Außerdem zeigen die Fotos Szenen aus dem Alltagsleben der Stadt und ihrer Bewohner – winterliche Motive vom Wassiljew-Hang, buntes Treiben an Weihnachten und auf Jahrmärkten.

In seinem Grußwort anlässlich der Eröffnung der Fotoausstellung wies Peko Baxant, Wiener Landtagsabgeordneter und Gemeinderatsmitglied, darauf hin, dass Beziehungen zwischen den europäischen Städten und Freundschaft auf internationaler Ebene speziell in unserer nicht einfachen Zeit von besonderer Wichtigkeit seien. «Hier in Österreich versteht man, dass wir unsere bilaterale Zusammenarbeit ausbauen müssen und nicht beim Erreichten stehenbleiben dürfen. Freundschaftliche und partnerschaftliche Beziehungen sind eine Hilfe, Widerstand gegen sinnlose Sanktionen gegenüber Russland zu leisten,» so P. Baxant.

Sergej Tscherjomin, Chef der Moskauer Delegation und Leiter des DIAW, verlieh der Hoffnung Ausdruck, dass die Moskauer Tage ein wahres Fest für die Österreicher sein mögen, damit sie mehr über das Leben der Moskauer erfahren können, und über Errungenschaften der russischen Hauptstadt. S. Tscherjomin erinnerte daran, dass Moskau zudem eine der begehrtesten touristischen Reiseziele in Europa und in der Welt sei: im vorigen Jahr seien etwa 20 Mio. Touristen von allen Kontinenten auf Besuch in Moskau gewesen. «Unsere beiden Megapolen tauschen bereits seit langem ihre Erfahrungen auf den verschiedensten Gebieten aus. Für uns ist das eine der Möglichkeiten, einander nützlich zu sein. Die gedeihliche interregionale Kooperation, wie sie sich zwischen Moskau und Wien entwickelt hat, ist zu einem Unterpfand für die Freundschaft zwischen unseren Staaten geworden», hob S. Tscherjomin hervor.

Die Fotoausstellung wurde von Konzerten umrahmt, sowie einer Teestunde mit Souvenirs – gleich neben den Fotos wurde ein russischer Pavillon aufgebaut, in dem die Wiener mit Pfefferkuchen, sowie Suschki und Baranki (russischem Kringelgebäck) und einer Tasse Tee bewirtet wurden. Die Besucher nahmen den Auftritt des Kadettencorps mit Begeisterung auf und sammelten Bonbons in Form von roten Sternen als Andenken an diese Tage. Peko Baxant zufolge zeichnete die Wiener nicht gerade übertriebene Leutseligkeit aus, dieses Mal jedoch ließen die Moskauer Kadetten der Wiener Herzen höher schlagen.

Am selben Tag stattete Sergej Tscherjomin der Fotoausstellung, die vom Multimedia Art Museum Moskau organisiert wurde, einen Besuch ab. In der Galerie Krinzinger wurden Arbeiten von jungen Fotokünstlern – Studenten und Absolventen der Rodtschenko-Schule – präsentiert. Im Mittelpunkt der Fotoarbeiten stand das Alltagsleben «des kleinen Mannes», dieses Mal ging es um einen jungen Mann mit dem Namen Artjom. Hier sitzt er mit seiner Großmutter beim

Frühstück, dort beobachtet er neugierig, wie die Oma Marmelade kocht, ein anderes Bild zeigt den Jungen, wie er sich eine Emailleschüssel auf den Rücken stülpt und Schildkröte spielt. Wieder ein anderes Exponat stellt ein zehnminütiges Sujet dar – «In der Etage über uns wird gesungen». Es regt zum Nachdenken darüber an, welchen Platz der Mensch in der Stadt einnimmt, und wie sehr er von der Natur entfremdet ist.

Die Ausstellung geht bis zum 13. Dezember. Nach Einschätzung der Organisatoren werden etwa 20 tausend Besucher erwartet.