Sonderprojekt mit Massenmedien

Business-Forum Moskau-Wien: Warenumschlag zwischen Moskau und Wien wächst

«Österreich ist führend bei Investitionen in die Wirtschaft der russischen Hauptstadt. Unter den Ländern Europas liegt das Land an vierter Stelle bei dieser Kennziffer», erklärte Sergej Tscherjomin, Minister der Moskauer Stadtregierung und Leiter des DIAW der Stadt Moskau auf der Konferenz zur wirtschaftlichen Kooperation der beiden Hauptstädte.

In seinem Beitrag auf der Plenarsitzung der Konferenz am 15. November in der Wirtschaftskammer Österreich hob er hervor, dass das Gesamtvolumen der akkumulierten ausländischen Investitionen in der Wirtschaft der Stadt Moskau mehr als 260 Mrd. betrage, der Umfang der Nettoinvestitionen Österreichs in die Moskauer Wirtschaft läge bei über 3,5 Mrd. USD. «Die Antwort auf die Sanktionen ist hinreichend einfach: die Lieferungen von Waren aus Österreich nach Russland nahmen um 40% zu, der Export aus Russland in dieses europäische Land wuchs um ein Viertel», ließ S. Tscherjomin verlauten. Seiner Meinung nach seien das Werte, die optimistisch stimmen und die Hoffnung aufkommen ließen, dass der Trend weiter anhalten würde und das historische Maximum der Wirtschaftsbeziehungen, wie es in den Jahren 2012-2013 erreicht war, in den kommenden wenigen Jahren wieder hergestellt werden könnte. «Heute ist das für uns ein wesentliches Moment, - meint S. Tscherjomin, - denn in Russland sind gegenwärtig etwa 1.200 Unternehmen aus Österreich aktiv, darunter solche namhaften Firmen, wie die Strabag, Mondi, Magna oder Doppelmayr».

Sergej Tscherjomin führte Beispiele für erfolgreiche Kooperation der Stadt Moskau mit anderen europäischen Ländern an. Als eines der gelungenen Projekte nannte er die Entwicklung des Carsharing-Systems in Moskau. «Die Italiener, die diese Geschäftsidee in die russische Hauptstadt brachten, gingen als Erste auf diesen Markt und stellten etwa eintausend Autos auf Moskauer Straßen, — so der Minister. — Bereits in kurzer Zeit ist vorgesehen, den Fahrzeugpark in diesem System der Kurzzeitmiete auf 5-7 Autos zu erweitern».

Der Minister unterbreitete den Wiener Geschäftsleuten das Angebot, sich an solchen Projekten in der russischen Hauptstadt zu beteiligen, wie der Errichtung des Wohnviertels «Dynamo», dessen Kern ein modernes Stadion bilde, das Fußball und Eishockey unter einem Dach vereine.

Der Generaldirektor der Aktiengesellschaft «Luzhniki», Alexandr Pronin, sprach darüber, wie die Bauarbeiten am Luzhniki-Stadion begannen, in dem im kommenden Jahr Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden sollen. Er setzte seine Österreicher Kollegen davon in Kenntnis, dass die große Sportarena nun über dreitausend Plätze mehr verfüge, als vor der Rekonstruktion.

S. Tscherjomin unterstrich insbesondere die komfortablen Möglichkeiten zur Eröffnung von geschäftlichen Aktivitäten in der russischen Hauptstadt: da wären der Abbau von bürokratischen Barrieren, die Entwicklung von Internet-Portalen, die eine Hilfe für das Business darstellen, Online-Service und Dienste, die von der Stadtadministration zur Verfügung gestellt werden, wie auch die Reduzierung der Steuerlast für Hochtechnologieunternehmen in Technoparks.

An der mit Unterstützung des Departements für internationale und Außenwirtschaftsbeziehungen der Stadt Moskau organisierten Veranstaltung nahmen Vertreter von kommerziellen Unternehmen und aus staatlichen Strukturen der beiden Hauptstädte teil. Im Rahmen der Konferenz wurden ebenfalls Rundtischgespräche zu den Themen «Umweltschutz und Innovation im Citymanagement» und «Entwicklung der kommunalen Infrastruktur» abgehalten, die Aufmerksamkeit bei europäischen Fachkreisen fanden.

Am Abend besuchten Sergej Tscherjomin und die Mitglieder der Moskauer Delegation den Stadtbezirk Aspern, der unter Einsatz neuester energiesparender Methoden und der «Smart-House»-Technologie bebaut wird.